| Die Firewall von Windows XP Service Pack 2 |
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| Artikel - Artikel 2004 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bereits in der Urfassung von Windows XP ist eine Firewall enthalten gewesen, von der aber kaum jemand Notiz genommen hat. Gründe hierfür waren der mangelnde Komfort und nur mäßiger Funktionsumfang. Mit dem Service Pack 2 hat Microsoft die Firewall aufgebohrt und mit neuen Features versehen. Die Einstellung der Firewall ist aber nicht ganz so trivial, wie es bei erster Betrachtung den Anschein hat. In dem folgenden Artikel geben wir Hilfestellung und Rat zur Einstellung und Anpassung der Firewall. Schutz vor was?Wer bereits eine "fremde" Firewall wie ZoneAlarm oder Sygate nutzt, wird sich sicherlich fragen, ob er nun auf die Beigabe von Microsoft setzen sollte. Vorab mein Tipp: Ein Umstieg ist nicht notwendig. Fremdprodukte bieten noch immer mehr Komfort und auch Schutz. Die Windows Firewall schließt alle Ports und Verbindungsversuche (z.B. auch Ping) von außen ab. Eingehende Daten, die nicht angefordert wurden, verwirft die Firewall. Zudem hat Microsoft es geschafft, dass die Systeme bereits beim Aktivieren des Netzwerk-Stacks durch die Firewall geschützt sind. Ohne entsprechende Ausnahmen ist der Rechner damit gegen Angriffe von außen gut geschützt. Abgehende Verbindungen werden dagegen - anders als bei herkömmlichen Applikations-Firewalls - nicht konsequent geblockt. Muss man bei ZoneAlarm und Co. explizit jeder Applikation auch ausgehende Rechte einräumen, verlangt dies die Windows Firewall erst dann, wenn eine Applikation einen Port als Server öffnet, also auf den Empfang von Daten wartet. Ausgehende Kommunikation wie Surfen oder eMail wird dagegen nicht geblockt. Wo ist was?Schaltzentrale der Firewall ist das entsprechende Icon in der Systemsteuerung.
Die erste Registerkarte zeigt 3 Betriebsarten der Firewall an. Neben Aktiv und Inaktiv gibt es noch die Betriebsart "Keine Ausnahmen zulassen". In diesem Betriebsmodus werden alle Ausnahmen, die der Anwender nachträglich festgelegt hat, ignoriert. Der Modus eignet sich zum Beispiel, wenn man mit dem Notebook an einem öffentlichen Hot-Spot angemeldet ist.
In der Registerkarte "Ausnahmen" listet die Firewall alle Filterregeln auf, die für alle Netzverbindungen gelten, welche über die Firewall geschützt sind.
Die 3. Registerkarte "Erweitert" bietet weiterführende Optionen. Zudem kann hier festgelegt werden, welche Netzwerkverbindungen überhaupt von der Firewall erfasst werden. Vor dem Service Pack 2 musste man dies in den Eigenschaften der jeweiligen Netzwerkverbindungen festlegen. Deaktiviert man hier eine Verbindung, wird diese von der Firewall komplett ignoriert.
Ist eine Verbindung von der Firewall geschützt, erkennt man dies - wie bisher - am Schloss-Symbol.
Ausnahmen festlegenMöchte eine Applikation wie ein FTP-Server eine Verbindung aufbauen, meldet dies die Firewall mit einem Hinweisdialog:
Hier bieten sich 3 Auswahloptionen. Klickt man nun Weiterhin blocken oder Nicht mehr blocken, vermerkt dies die Firewall in den Ausnahmen. Die Abbildung 2 sieht dann bei "Nicht mehr blocken" wie folgt aus.
Die Tücke liegt hier aber im Detail. Wie im Bild zu sehen ist, wurde das Testprogramm "The Personal FTP-Server" in die Liste der Ausnahmen aufgenommen und aktiviert (erkennbar am Haken). Damit hat das Programm immer Zugriff. Es wird aber keine eigene Liste geführt, welche Programme immer nicht auf das Internet zugreifen dürfen (=Weiterhin blocken). Hätte man den Fragedialog daher unter Abb. 5 mit "Weiterhin blocken" beantwortet, würde das Ergebnis wie folgt aussehen:
Man muss daher unter Ausnahmen sehr genau aufpassen, wenn man hier etwas verändert, da Erlaubnisse und Verbote in einer gemeinsamen Liste geführt werden. Hat man viele Applikationen erlaubt oder verboten, wird das Ganze schnell unübersichtlich. An dieser Stelle auch gleich zwei Sicherheitshinweise: Über die Schaltflächen "Programm" oder "Port" können auch eigene Ausnahmen als Freigabe oder Sperrung festgelegt werden. Man muss daher erst auf eine Rückfrage vom System warten. Welche Programme welche Ports benötigen, steht auf Seiten wie
Ausnahmen nur für eine VerbindungDie Liste der Ausnahmen auf der 2. Registerkarte gilt für alle Verbindungen, die von der Firewall erfasst werden (was man auf der 3. Registerkarte einsehen kann). Möchte man nun aber eine Ausnahme nur für eine spezielle Verbindung zulassen, muss man einen anderen Weg wählen. Zunächst selektiert man die betreffende Verbindung und wählt dann rechts Einstellungen.
Unter Dienste kann man hier vorhandene Dienste auswählen oder über Bearbeiten neue hinzufügen.
Unter Hinzufügen bieten sich folgende Optionen:
Man kann lediglich den Port und das Protokoll festlegen. Braucht man für einen Fall mehrere Ports, muss man mehrere Ausnahmen hinzufügen. Die Angabe von Applikationen - wie bei den allgemeinen Ausnahmen - kennt dieser Dialog hier nicht. Wer von einem DHCP-Server nicht immer die gleiche IP bekommt, kann bei Name auch "localhost" eintragen. Zudem bietet sich hier auch die Möglichkeit, das komplette Subnetz einzutragen. So gilt für Netze aus dem Adressraum 192.168.1.1 bis 192.168.1.x der Eintrag: 192.168.1.0/24 (die 24 ist die normierte Kurzform für Subnetzmaske 255.255.255.0). Die Registerkarte ICMP bietet weitere Optionen:
Problemfall Datei- und DruckerfreigabeAuf vielen Systemen ist die Datei- und Druckerfreigabe als generelle Ausnahme festgelegt, da sonst ein lokales Netzwerk nicht mehr funktioniert. Hinweis: Wer die Datei- und Druckerfreigabe für ein lokales Netzwerk nicht braucht, sollte diese unter Ausnahmen unbedingt deaktiviert lassen. Da die Ausnahme auf der 2. Registerkarte aber für alle überwachten Verbindungen gilt (siehe Abb. 3), wäre die Datei- und Druckerfreigabe auch von außen über das Internet erreichbar. Dies selbst dann, wenn man für den Internetzugriff eine Wählverbindung benutzt. Damit das nicht möglich ist, hat Microsoft den Zugriff auf das eigene Subnetz beschränkt. Kontrollieren kann man das wie folgt: Man selektiert die Datei- und Druckerfreigabe auf der 2. Registerkarte, klickt dann auf Bearbeiten.
Im folgenden Dialog werden die freigegebenen Ports der Datei- und Druckerfreigabe angezeigt.
Nun kann man sich über "Bereich ändern" anzeigen lassen, für welche Bereiche die Ausnahme gilt.
Dummerweise kommt es hierbei zu 2 Problemen. Wie die PC-Welt in einem Test angeblich herausgefunden hat, kommt es unter bestimmten Umständen dazu, dass der Schutz hier unwirksam ist und für Webverbindungen die Datei- und Druckerfreigaben dann doch offen stehen. Siehe auch Heise Security. Zudem kann der Schutz auch umgangen werden, wenn der Provider eine falsche Subnetz-Maske übermittelt. Nachtrag, 24.12.2004 Um die mögliche Sicherheitslücke ohne den Patch zu umgehen, gibt es 3 Lösungen. 1. Lösung - Netzwerkkarte nicht von der Firewall schützenWer zur Einwahl nicht seine Netzwerkkarte nutzt (z.B. Internetzugang über ein USB-DSL-Modem oder ISDN-Adapter), kann die LAN-Verbindung von dem Schutz durch die Firewall ausnehmen. Zunächst deaktiviert man die Datei- und Druckerfreigabe generell (Abb. 12). Dann nimmt man die LAN-Verbindung vom Schutz der Firewall aus. Damit gelten alle Regeln der Firewall nicht mehr. Die LAN-Verbindung hat nun auch wieder Zugriff auf das Netzwerk.
Diese Vorgehensweise ist aber nicht zu empfehlen, da Würmer zwar von außen nicht mehr in das System gelangen, intern sich aber dann sehr wohl verbreiten können. 2. Lösung: Bereiche angebenMan trägt für jeden der 4 Ports von Abbildung 15 je im Bereich benutzerdefinierte Liste Folgendes ein: 3. Lösung: Datei- und Druckerfreigabe nur für den NetzwerkadapterDie 3. Lösung ist die nach meiner Meinung bessere. Man deaktiviert die Datei- und Druckerfreigabe als allgemeine Ausnahme.
Danach wechselt man auf die 3. Registerkarte der Firewall und legt nur für die LAN-Verbindung 4 eigene Ausnahmen fest, welche die Datei- und Druckerfreigabe darstellen.
Im folgenden Dialog fügt man für die UDP-Ports 137 und 138 sowie die TCP-Ports 139 und 445 Ausnahmen hinzu.
Die fertige Einstellung sollte dann wie folgt aussehen:
Ggf. muss unter ICMP noch die eine oder andere Funktion (z.B. Echo zulassen) aktiviert werden, sofern Netzwerkanwendungen diese erfordern. Die 3. Methode hat gegenüber der ersten Methode den Vorteil, dass auch der LAN-Adapter generell gegen andere Angriffe und Serverports geschützt bleibt. BuchführungDie Firewall kann auch protokollieren, was geblockt bzw. erlaubt wurde. Die nötigen Optionen hierfür finden sich unter Erweitert -> Sicherheitseinstellungen.
Bereitstellen der Einstellungen mit und ohne GruppenrichtlinienInnerhalb eines Active Directory kann die Firewall der Clients bequem über Gruppenrichtlinien gesteuert werden. Im Artikel 600339 innerhalb der Technet-Datenbank beschreibt Microsoft die mögliche Konfiguration über Gruppenrichtlinien. Wer keine Gruppenrichtlinien nutzt, wird im gleichen Artikel fündig. Mit Hilfe einer Antwortdatei lassen sich bei der Installation bereits Parameter der Firewall festlegen. Der Artikel 600443 der Technet-Datenbank beschreibt im Detail, wie man das Service Pack innerhalb einer Domäne über Gruppenrichtlinien steuert. Ein eigener Teil geht hierbei auch auf die Steuerung der Firewall ein. Probleme durch die FirewallEin häufiges Problem ist in Netzwerken, dass der Rechner nicht mehr sichtbar ist. In diesem Fall sollte man für die LAN-Verbindung unter den erweiterten Einstellungen bei ICMP den Punkt "Eingehende Echoanforderung zulassen" aktivieren (siehe Abbildung 11). Unter dem KB-Eintrag 875357 beschreibt Microsoft mögliche Probleme durch die Firewall. Diese treten im Regelfall auf, wenn Programme bestimmte Netzwerkports benötigen, die Firewall diese aber nicht freigibt. Da sich die Windows Firewall nicht ganz so transparent wie andere Vertreter verhält, bekommt der Anwender von dem Portbegehren der Applikationen nicht viel mit. In dem Artikel wird beschrieben, wie man den Problemen auf die Schliche kommt und die Ausnahmen manuell festlegt. Der Artikel 842242 nennt darüber hinaus namentlich einige Programme, die spezielle Freigaben benötigen. Ein kompletter Artikel zur Firewall in englischer Sprache findet sich auch im Microsoft Download-Center. Bordmittel oder Fremdprodukt ?Wer bisher eine Firewall nutzte, braucht sicher nicht auf die XP-eigene Lösung umzusteigen. Die meisten Produkte bieten ausnahmslos besseren Schutz als die Eigenentwicklung von Microsoft. Wenn man bedenkt, dass gerade die Nicht-Profis potenzielle Opfer von Angriffen sind, ist das Projekt "einfache Firewall für jedermann" gescheitert. Ich rate dem mündigen User zu prüfen, ob er sich mit Produkten wie dem zugänglichen ZoneAlarm, der Sygate oder Kerio-Firewall nicht etwas mehr Sicherheit antut. Allerdings ist die Windows-Firewall besser als kein Schutz. Und die Erfahrung mit vielen Viren zeigt, dass ein Großteil der PCs eben nicht richtig geschützt ist. Wer auf die Windows-Firewall von Windows XP mit Servicepack 2 verzichten kann, muss zum dauerhaften Deaktivieren unter Verwaltung -> Dienste nur den Dienst Windows-Firewall/Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung auf deaktiviert schalten. Damit funktioniert aber auch eine eventuelle Nutzung der gemeinsamen Internetverbindung nicht mehr. Wer auf dieses Feature nicht verzichten kann, muss die Firewall zumindest auf "inaktiv" schalten. Im Regelfall sollten sich dann die Fremd-Firewall und die inaktive Windows-Firewall nicht ins Gehege kommen. Zuletzt kann man im Sicherheitscenter die Überwachung der Firewall ausschalten, wenn das Fremdprodukt die Integration in das Sicherheitscenter nicht unterstützt. PCDMicha, 01.11.2004
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