| Schattenkopie ohne Schatten |
|
| Artikel - Artikel 2006 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Schattenkopien können das Leben eines Netzwerk-Administrators in bestimmten Situationen vereinfachen. Allzu oft vergisst ein User, dass eine Netzwerkfreigabe keinen Papierkorb besitzt. Einem User kann die Möglichkeit gegeben werden, verloren geglaubte oder zu früh gelöschte Daten selber wieder herzustellen. Was dafür auf Server- und auch auf Client-Seite nötig ist, soll dieser Artikel von K. Fabian zeigen. Wozu gibt es in Windows 2000/2003 die Schattenkopie?Schattenkopien sind Snapshots von einem Daten-Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Gesichert werden dabei Daten, die auf Windows-Freigaben liegen. Aktiviert wird das Schattenkopie-Feature jedoch immer nur pro Partition, egal wie viele Freigaben dadurch erfasst werden. Benutzer - entsprechende Zugriffsrechte vorausgesetzt - haben mit Schattenkopien die Möglichkeit, Dateien wieder herzustellen, ohne auf die Hilfe des Administrators angewiesen zu sein. Schattenkopien können auch von geöffneten Dateien erstellt werden, allerdings immer nur vom letzten Speicherstand. Dazu wird eine vorhandene Datei vor dem Öffnen in einen sicheren Bereich kopiert und erst anschließend geöffnet. Dies ergibt einen gewissen Performance-Nachteil, der gegen den Nutzen abgewogen werden muss. Wichtig ist dabei: Schattenkopie ersetzt keine Backup-Strategie. Einrichten auf dem ServerÖffnen Sie als Erstes ein Explorer-Fenster und anschließend die Eigenschaften der Partition, auf der Netzwerk-Freigaben liegen, welche per Schattenkopie mit einer Sicherung versehen werden sollen.
Anschließend wechseln Sie zur Karteikarte "Schattenkopien". Hier muss man nochmals die gewünschte Partition wählen.
Klicken Sie auf "Aktivieren", um das Schattenkopie-Feature zu nutzen. Folgender Warnhinweis erscheint:
Per Klick auf "Ja" wird die Schattenkopie für das ausgewählte Laufwerk aktiv. Außerdem wird auch gleichzeitig die erste Kopie angelegt. Eine Schattenkopie bekommt immer einen genauen Zeitstempel.
Es muss bei der Aktivierung eine bestimmte Menge an Festplattenplatz vorhanden sein, welcher per Klick auf "Einstellungen" auch vorher eingesehen werden kann.
Unter "Speicherbereich" kann man den Speicher für diese Schattenkopie auch auf ein anderes Laufwerk legen. Mit einem Klick auf "Details" bekommt man eine kleine Übersicht:
Die "Maximale Größe" kann unbegrenzt sein oder wie hier im Beispiel über Limit verwenden definiert werden. Wenn in diesem Fall die Obergrenze (von 1022 MB) erreicht ist, werden die ältesten Schattenkopien überschrieben. Per Klick auf "Zeitplan" kann das Anlegen automatisiert werden. Wichtig: Schattenkopie sichert demzufolge nach dem Faktor "Zeit" und nicht nach Dateiversion. Das Zeitplan-Fenster ist vom Windows-Taskplaner bekannt.
Mit einem Klick auf "Neu" erstellen Sie einen neuen Zeitplan. Unter "Task ausführen" definieren Sie, ob Schattenkopien täglich, wöchentlich oder monatlich usw., um 3:00 Uhr in der Nacht (wenn keiner in der Firma arbeitet) oder in der Mittagspause um 12:30 Uhr (wenn der Server nicht ausgelastet ist) automatisch erstellt werden. Unter "Erweitert" können Sie noch ein Enddatum für den Task oder auch einen Minutenrhythmus angeben. Das kann beispielsweise bei Firmen interessant sein, welche sehr viele Dateien am Tag erstellen und bei denen mehrere Leute an einer Datei arbeiten. Möchten Sie von Hand eine neue Schattenkopie anlegen, dann klicken Sie einfach auf "Jetzt erstellen". Anschließend sieht die Übersicht beispielsweise so aus:
Kontrolle auf dem Server über die NetzwerkumgebungWenn Sie nachsehen möchten, ob es geklappt hat mit Ihren Schattenkopien, dann gehen Sie auf den Server über die Netzwerkumgebung zur Freigabe des Ordners und öffnen per Rechtsklick den Eigenschaften-Dialog. Der schnellere Weg führt über die Adress-Eingabe im Explorer: \\servername\:
Wechseln Sie in die Karteikarte "Vorherige Versionen".
Hier stehen Ihre erstellten Schattenkopien mit Zeitstempel. Um sich den Inhalt der markierten Schattenkopie anzuzeigen, klicken Sie einfach auf "Anzeigen". In meinem Beispiel sind zum früheren Zeitpunkt mehr Dateien vorhanden.
Neben dem "Anzeigen"-Button finden Sie den "Kopieren"-Button, mit dem sich Daten an Orten wiederherstellen lassen, auf die Sie Schreib-Zugriff haben. Nach einem Klick auf "Wiederherstellen" bekommen Sie zunächst einen Warnhinweis, da damit der Snapshot wiederhergestellt wird. Alle zum Zeitpunkt des Snapshots vorhandenen Daten werden überschrieben, neu erstellte Dateien bleiben einfach bestehen.
Installation der ClientsHandarbeitAuf dem Server liegt die Clientsoftware zur Installation bereit. Es gibt verschiedene Wege, um die Software zu installieren. Sie können die Software per Gruppenrichtlinie verteilen lassen oder auf jedem einzelnen Client von Hand installieren. Die entsprechende Datei heißt "twcli32.msi" und liegt auf einem Windows Server 2003 im Windows-Verzeichnis unter System32\clients\twclient\ - in meinem Fall im Ordner "x86".
Ich gebe den Ordner unter dem Namen "schatten" frei.
Nun geht's wieder am Client mit Windows XP weiter. Zur Installation werden Admin-Rechte benötigt. Als Erstes können Sie prüfen, ob es nötig ist, die Clientsoftware zu installieren. In meinem Beispiel gehe ich über die Netzwerkumgebung und klicke mich bis zu meinem Ordner "docs" und dann in die Ordnereigenschaften...
…um zu sehen ob ich an "Vorherige Versionen" rankomme.
Es wird kein entsprechendes Register angezeigt, also muss ich den Client installieren. Ich wechsle zu meiner Freigabe "schatten" und installiere die Datei "twcli32.msi".
Nun ist die Karteikarte "Vorherige Versionen" in den Ordnereigenschaften des Ordners "docs" vorhanden.
Jetzt stehen alle Funktionen zur Verfügung, die Sie beim Punkt "Kontrolle auf dem Server über die Netzwerkumgebung" kennengelernt haben. Per GruppenrichtlinieFür die Verteilung per Gruppenrichtlinie wird ebenfalls eine Freigabe benötigt, ich kann also die vorhandene "schatten" nutzen. Zu beachten gibt es hier die Architektur, freigegeben habe ich bei mir das x86-Verzeichnis. In Netzwerken mit verschiedenen Rechnerarchitekturen wird es dann nötig, das Verzeichnis darüber freizugeben. Im Active Directory empfehlen sich Unterordner für die jeweilige Rechner-Architektur in der OU "Computer" (OU = Organisation Unit, zu Deutsch: Organisations-Einheit).
Per Rechtsklick auf die gewünschte OU (in meinem Fall "x86") können Sie zu den Eigenschaften der OU und anschließend zur Karteikarte "Gruppenrichtlinie" wechseln. Erstellen Sie eine neue Gruppenrichtlinie, geben ihr einen treffenden Namen (beispielsweise "Schattenkopie-Client") und öffnen die Richtlinie per Klick auf "Bearbeiten". Im Gruppenrichtlinienobjekt-Editor unter Computerkonfiguration - Softwareeinstellungen - Softwareinstallation klicken Sie in den rechten freien Bereich und wählen Neu - Paket. Wechseln Sie zur Netzwerkfreigabe "schatten"; entweder über die Netzwerkumgebung oder direkt per Eingabe ins Dateifeld \\servername\schatten\ und wählen die gewünschte MSI-Datei aus. Sie können in der folgenden Abfrage direkt "Zugewiesen" wählen. Im Ergebnis sieht das dann so aus:
FazitDie Funktion der Schattenkopie macht Sinn bei Dateien, die sehr wichtig sind, oder bei Leuten, die viel löschen. Das Einrichten ist nicht wirklich schwer. Es ist manchmal einfacher, dass der Benutzer sich seine Daten selbst wieder holt, statt den Administrator eine Bandsicherung zurückschreiben zu lassen. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn man die nötigen Rechte auf Ordner und Dateien besitzt. Beachten Sie aber die Performance-Einbuße durch das Wegkopieren und den Platzbedarf. K. Fabian, 09.03.2006
|























