O&O DiskImage 3 Professional Edition
Vorstellungen - Vorstellungen 2008
Image-Programme sind beliebt und praktisch, sichern sie das System doch in eine Backupdatei und können diese Sicherung im Regelfall auch ohne lauffähiges Betriebssystem dank spezieller Bootmedien wieder herstellen. Ist das neue O&O DiskImage 3 Professional Edition eine Konkurrenz für Acronis TrueImage, Norton Ghost und Co? Dieser Frage wird PCDRonny in der Vorstellung nachgehen.
 

Image-Programme, Retter in der Not

Die Idee von Image-Programmen ist nicht neu, wurde aber im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt. Selbst in Windows Vista ist zwischenzeitlich eine Image-Lösung enthalten, deren Möglichkeiten aber sehr beschränkt sind.

Bei einem Image sichert das Spezialtool den aktuellen Zustand einer Partition oder Festplatte in eine große Backupdatei. Das aktuelle System wird sozusagen in einer Datei „eingefroren“ und kann bei einem Systemausfall, Startproblemen oder Virenbefall innerhalb weniger Minuten wieder hergestellt werden, ohne aufwendig das System und alle Applikationen wieder einspielen und anpassen zu müssen. Selbst wenn das Betriebssystem nicht mehr startet, können Sie dank bootfähiger Notfallmedien das Image wieder herstellen. Musste zum Sichern des Systems früher das Image-Programm exklusiven Zugriff auf die Festplatte haben (bedingt durch von Windows geöffnete Dateien wie die Registry etc.), können die Programme dank spezieller Puffertreiber bzw. dem VSS-Dienst von Windows dies nun auch im laufenden Betrieb. Mit Hilfe von Image-Programmen können Sie auch Partitionen oder ganze Festplatten auf eine andere Festplatte übertragen, selbst wenn diese größer ist.

O&O DiskImage 3 Professional Edition

O&O Software, bekannt vor allem durch deren sehr gutes O&O Defrag, veröffentlicht die Version 3 von O&O DiskImage 3 Professional Edition und bewirbt das Programm mit den allen Features, welche man von einer modernen Image-Software erwartet, u.a.:

  • Sektorenbasierende Sicherung
  • Inkrementelle Sicherungen
  • zeitgesteuerte Sicherungen
  • Kompression und Verschlüsselung
  • Einbindung von Sicherungen als virtuelle Laufwerke
  • BareMetal-Option (Wiederherstellung ohne Installation unter Windows)

Dennoch waren wir aus Erfahrungen vorausgegangener Tests von Image-Lösungen skeptisch. PCDRonny ist daher sehr praktisch an die Software herangegangen.

Installation und erster Start

Die Installation gestaltet sich sehr einfach, ist schnell durchgeführt und erfordert zum Abschluss, im Gegensatz zu Acronis TrueImage, keinen Neustart des Systems.
Wie man auch am Screenshot schon schön erkennt, ist O&O DiskImage sehr übersichtlich strukturiert. Die einzelnen Funktionen sind quasi selbsterklärend.

aufgabenorientiert
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Sicherung

Ich möchte nun ein Laufwerk sichern und klicke dazu auf „Sicherung“. Hier bekomme ich einen Überblick über alle Laufwerke meines Systems, die O&O sichern kann.
Ich entscheide mich dazu, die Datenpartition (10GB groß und mit 7GB belegt) zu sichern. Nach der Auswahl des entsprechenden Laufwerks habe ich die Möglichkeit, die anstehende Sicherung zu planen oder eben direkt auszuführen. Dazu kann ich noch ein Profil erstellen, indem ich auf „Optionen“ klicke. In diesem Profil kann ich verschiedene Einstellungen vornehmen, die dann vor und während der Sicherung angewandt werden.
Zu den Einstellungen gehören u. a. die Sicherungsmethode (Vollständige Sicherung belegter Sektoren, Forensische Sicherung, Direkte Forensische Sicherung und Inkrementelle Sicherung), Dateigröße (Kompression der Sicherungsdatei und Aufteilung der Sicherungsdatei in mehrere kleine Dateien), Verschlüsselung nach AES, Dateien ausschließen nach einem vorher festgelegten Filter und der Sicherungsvorgang an sich. Unter Sicherungsvorgang kann man einstellen, wie das zu sichernde Laufwerk behandelt werden soll. Es gibt z.B. die Möglichkeit, dass dieses während der Sicherung gesperrt wird. Was bedeutet, dass man dort weder etwas abspeichern noch anderweitig darauf zugreifen kann. Dazu hat man noch die Möglichkeit, dass fehlerhafte Sektoren beim Lesen übersprungen und ignoriert werden.

Screenshot

Sicherungsoptionen
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Ich belasse es bei den voreingestellten Werten, klicke auf „Abbrechen“ und im vorhergehenden Fenster auf „Erstellen“.
Nun wird mir eine Übersicht der anstehenden Arbeit angezeigt. Darüber hinaus kann ich den Dateinamen, den Speicherort der Sicherungsdatei und einen Kommentar festlegen.

Screenshot

Sicherung
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Nach einem Klick auf „Start“ beginnt die Sicherung des Laufwerks.

Screenshot

Sicherung
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Übersichtlich und informativ ist allerdings anders. Ich vermisse hier einige Informationen wie z.B. die geschätzte Dauer der Aktion und die geschätzte Größe der Datei. Letztere Information wäre sogar noch etwas früher sehr sinnvoll, damit ich ein geeignetes Ziellaufwerk auswählen kann.

Während der Sicherung ist ein Arbeiten mit dem PC, auf dem die Sicherung ausgeführt wird, nicht möglich. Die Systemauslastung bei einem 3GHz Pentium mit 2GB Arbeitsspeicher und Windows XP liegt bei satten 100 Prozent.
Nach 45 Prozent der getanen Arbeit bricht das Programm ab und präsentiert mir eine Fehlermeldung: „Das Ziellaufwerk ist voll. Bitte geben Sie ein anderes Laufwerk an.“ Tja, wäre die Information über die geschätzte Größe vorher gekommen, hätte ich direkt ein anderes Laufwerk auswählen können. So muss ich nun nachträglich ein anderes Laufwerk wählen und von vorn beginnen.
Nachdem ich ein anderes Laufwerk ausgewählt habe und der Vorgang erneut gestartet wurde, warte ich auf den Abschluss der Sicherung. Sie endet nach genau 30 Minuten und die Größe der Sicherungsdatei beträgt 5,5GB. Insgesamt kein wirklich gutes Ergebnis, wenn ich einen Vergleich zu Acronis TrueImage und Storagecraft ShadowProtect ziehe.

Wiederherstellung

Nun möchte ich das Laufwerk wiederherstellen. Dazu klicke ich auf „Wiederherstellen“ und werde sofort aufgefordert, eine Sicherungsdatei auszuwählen. Nachdem ich das getan habe, kann ich ein Ziellaufwerk manuell auswählen oder mir von O&O eines vorschlagen lassen. O&O schlägt in diesem Fall genau das Laufwerk vor, von dem diese Sicherung erstellt wurde.

Nach einem Klick auf „Wiederherstellen“ erscheint ein kurzer Überblick über die anstehende Aufgabe und der Klick auf „Start“ startet den Vorgang. Auch hier fehlen wieder einige Informationen, die ich von anderen Programmen gewohnt bin und die schlussendlich sehr nützlich sein können – zum Beispiel die voraussichtliche Dauer der Wiederherstellung. Sie liegt letztlich bei knapp 10 Minuten – die Wiederherstellung verläuft ohne weitere Meldungen.

Wiederherstellen per Notfallmedium

Das Notfallmedium basiert auf Windows-PE. Nachdem Booten des Systems mit dem Notfallmedium muss man erst die Lizenzbestimmungen akzeptieren, wird dann von der Fehlermeldung „Out of Memory“ begrüßt und nachdem man diese mit „OK“ bestätigt hat, können diverse Einstellungen – wie z.B. Betriebssystem, Treibereinbindung, Auslagerungsdatei u.v.m. – vorgenommen werden.

Ich belasse es bei den Default-Einstellungen, klicke auf „OK“ und bekomme nach einer kurzen Wartezeit folgenden Bildschirm zu sehen:

Screenshot

Windows PE-Umgebung
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Hier hat man nun, abgesehen von der Wiederherstellung der zuvor erstellten Images, die Möglichkeit Laufwerke zu überprüfen, Sicherungsdateien zu verwalten, Systemeinstellungen vorzunehmen u.v.m.

Ich klicke auf Start -> Programme -> Datensicherheit und gelange zu DiskImage. Nun bekomme ich das schon unter Windows gewohnte Bild zu sehen, klicke auf „Wiederherstellen“, wähle die zuvor erstellte Sicherungsdatei und das Ziellaufwerk aus, bestätige die Angaben mit „OK“ und die Wiederherstellung startet.

Hier ist anzumerken, dass alle an das System angeschlossenen Laufwerke ohne Probleme erkannt werden und selbst „exotische“ USB-Laufwerke keine Schwierigkeiten bereiten. Da bin ich von anderen Programmen andere „Geschichten“ gewohnt.
Die Wiederherstellung verläuft ohne Probleme und im Gegensatz zur Wiederherstellung unter Windows werden gerade mal 5 Minuten, also knapp die Hälfte der Zeit, benötigt.

Es ist auch ohne Weiteres möglich, ein Image auf einer größeren oder kleineren Festplatte wiederherzustellen. Bei größeren Festplatten wird man gefragt, was mit dem verbleibenden freien Platz geschehen soll. Kleinere Festplatten müssen mindestens so groß sein, dass die in der Sicherungsdatei enthaltenen Daten auf die Platte passen. D.h., wenn ich z.B. eine Sicherung von einer 80 GB Festplatte, die nur zur Hälfte mit Daten belegt ist, wiederherstellen möchte, dann muss die Zielfestplatte mindestens 40 GB groß sein.

Werkzeuge

Ich bin nun wieder im so genannten Hauptmenü und mit einem Klick auf den Reiter „Werkzeuge“ gelange ich auf eine neue Seite.

Screenshot

Werkzeuge
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Hier wird mir u.a. angeboten, die Sicherungsdatei zu brennen und zu überprüfen. Ebenso besteht die Möglichkeit, inkrementelle Sicherungen zusammenzufügen, eine Sicherungsdatei als virtuelles Laufwerk zu laden, Laufwerke auf Fehler zu prüfen und Netzwerklaufwerke zu verbinden/trennen, um dann von diesen z.B. eine Sicherung zu erstellen.

Als kleinen Test lasse ich O&O meine zuvor erstellte Sicherungsdatei überprüfen. Die Überprüfung der 5,5GB großen Datei dauert knappe 5 Minuten und am Ende bekomme ich die Meldung, dass die Datei eine gültige Sicherungsdatei ist – das Wort „gültig“ soll dabei wohl der Hinweis darauf sein, dass sie nicht defekt ist.

Fazit

O&O DiskImage 3 Professional Edition ist mit Sicherheit noch keine echte Konkurrenz zu z.B. TrueImage, Norton Ghost und ShadowProtect. Das Programm ist zwar sehr übersichtlich strukturiert, leicht verständlich und einfach zu bedienen, aber zumindest in einigen Punkten noch nicht wirklich ausgereift. Das Erstellen einer Datenträgersicherung wird von anderen Programmen schneller erledigt, die Systemauslastung ist während der Erstellung und der Wiederherstellung recht hoch, die Datenkomprimierung ist nicht individuell einstellbar und in meinen Augen zu niedrig und es fehlen Informationen wie z.B. geschätzte Dauer der Erstellung und Wiederherstellung sowie die geschätzte Größe der Sicherungsdatei. Diese Angaben würden dem Anwender das Arbeiten mit DiskImage doch sehr erleichtern. Positiv ist zu bewerten, dass im Gegensatz zu anderen Image-Programmen gerade mal ein Prozess im Hintergrund aktiv ist, wenn DiskImage nicht läuft. Schlussendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, welches Programm man zur Datensicherung einsetzt, wie viel Zeit man einem Programm bei der Datensicherung geben möchte und was eine Software, außer der Datensicherung, noch können muss.

 

O&O DiskImage 3 Professional Edition

Hersteller: O&O Software GmbH
Produkt:   O&O DiskImage 3 Professional Edition
Preis:   Ab 30 Euro.
System:   Windows 2000, WinXP, Vista

PCDRonny, 21.08.2008

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