| CorelDraw Graphics Suite X4 – Vektorgrafik, Bildbearbeitung, DTP und mehr |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2008 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die letzten ihrer ArtDer Markt an „ernsthafter“ Grafiksuites, welche sowohl Vektor- wie auch Bildbearbeitung in Kombination mit professionellen Funktionen für DTP und Druckvorstufe bieten, ist überschaubar geworden. Einzig Adobe mit der Creative Suite und Corel mit der Graphics Suite bedienen noch den beruflichen Nutzer oder ambitionierten Hobbygrafiker. Viele alternative Programme sind vom Markt verschwunden (oder wurden durch Aufkauf in andere Programme integriert) oder auf das Segment der Heimanwender reduziert. Adobe ist sich seinem Ruf als Anbieter professioneller Grafikwerkzeuge sehr bewusst und verlangt für seine Einzelprodukte wie auch für die Creative Suite selbst Preise, welche das Budget einer kleinen Grafikagentur sehr schnell sprengen. Corel dagegen ist sich seiner Preispolitik in den letzten Jahren treu geblieben und verlangt für die Vollversion etwa 650 Euro, für das Upgrade um die 330 Euro, wobei man von jeder Corel-Vorversion oder Micrografx-Produkten upgraden kann. Günstig, aber nicht "billig"Allerdings rekrutiert sich die Anwenderschaft der CorelDraw Graphics Suite nicht nur über den Preis. Gerade CorelDraw als Vektor- und DTP-Spezialist gehört zu den besten Produkten seiner Art und ersetzt für viele Aufgaben sogar eine eigenständige DTP-Lösung. Corel Photo-Paint war und ist schon immer die Applikation für den Bereich Bildbearbeitung, wurde aber von Version zu Version mal weniger mal mehr verbessert. Vom Funktionsumfang her braucht sich Photo-Paint hinter keiner Bildbearbeitung zu verstecken. Gegenüber dem Klassenprimus Adobe Photoshop wurde aber immer wieder die Stabilität und Arbeitsgeschwindigkeit kritisiert. Die übrigen Zutaten der Graphics Suite variieren von Version zu Version. LieferumfangDie Corel Graphics Suite Suite in der Version 14 umfasst neben CorelDraw als Namensgeber der Suite und Corel Photo-Paint noch Corel Capture als Bildschirmgrabber sowie den Bitstream Font Navigator. Corel PowerTrace zum Vektorisieren von Bitmap-Grafiken ist in CorelDraw X4 integriert. Über den Begrüßungsdialog beim Programmstart kann man zudem auch auf Video-Tutorials mit einer Gesamtlänge von 2 Stunden in zurückgreifen, welche die grundlegenden Funktionen vorstellen und schriftweise durch den Arbeitsablauf eines Projekts führen. Verbesserte Oberfläche, Farbverwaltung und ConceptShareDie Oberfläche von CorelDraw und Corel Photo-Paint wurden durch neue Symbole, Menüs und Steuerelemente überarbeitet und modernisiert. Alte Corel-Kenner finden sich aber schnell zurecht und sollten keine Umstellungschwierigkeiten haben. Zur besseren Übersicht können neue Funktionen hervorgehoben werden, wobei der Anwender hier festlegen kann, welche Vorversion er besitzt/kennt.
Am grundlegenden Arbeitsablauf hat sich nichts geändert. Das Farbmanagement hat merkliche Besserungen erfahren. So können nicht nur zwischen Corel- und Microsoft-, sondern auch zwischen Corel- und Adobe Anwendungen die Farben abgestimmt werden. Jetzt wird auch das Adobe Color Management-Modul (CMM) unterstützt. Unter Windows Vista können Sie auch das Windows Color System CMM verwenden. Gegenüber dem Vorgänger X3 werden bereits in der Bildschirmansicht die Druckfarben in CMYK simuliert angezeigt, statt zuvor in RGB. Die Funktion lässt sich aber auch abschalten.
Fertige Projekte lassen sich aus CorelDraw bzw. Corel Photo-Paint heraus auf dem Webdienst CorelDrawConceptShare speichern. Die Entwürfe stehen hier dem Kunden/Auftraggeber über Flash im Browser zur Betrachtung und können mit Anmerkungen versehen werden. Dem Anwender stehen 2 Arbeitsbereiche zur Verfügung, von denen jeder bis zu 3 Dokumente fasst. Gegen eine geringe Gebühr können weitere Arbeitsbereiche hinzugekauft werden. Support weiterer DateiformateDie CorelDraw Graphics Suite besaß schon immer einen enormen Umfang an Import- und Exportfiltern, wenngleich sich nicht alle für den produktiven Datenaustausch eigneten. Mit Version 14 unterstützt die Suite auch die Formate von Adobe Photoshop CS3, Adobe Illustrator CS3, PDF 1.7, PDF/A und Acrobat 8. Neu unterstützt werden auch die Dateiformate von Microsoft Publisher (Vers. 2002, 2003 und 2007), Microsoft Word 2007,AutoCAD DXF , AutoCAD DWG (Vers. R2.5 bis 2007) und Corel Painter X. Dokumente im Corel-Format (CDR und CPT) können mit Schlüsselwörtern versehen werden, welche durch die Windows Vista-Suche wieder gefunden werden. Grafiken werden mit größeren Thumbnails abgespeichert, um die Dokumente auch bei dem Ansichtsmodus „Extragroße Symbole“ noch ausreichend scharf darstellen zu können. Neuerungen in CorelDrawCorelDraw X4 eignete sich schon immer für mehr als nur reine Vektorgrafiken und fand von Anfang an auch als Layout- uns Satzprogramm seine Freunde. Corel hat in diesem Bereich weiter an CorelDraw X4 gefeilt und verbessert. Das neue Hilfsmittel „interaktive Tabelle“ ermöglicht dem Anwender seiner Seite mit einer Tabelle eine Struktur zu geben. Die Zellen können mit Grafik und Text befüllt werden. Ändert man die Abmessungen einer Zelle, passt CorelDraw den Inhalt direkt der neuen Umgebung an. Dabei werden Grafiken allerdings nicht proportional skaliert. Vorhandene Tabellen im Excel oder Tab-Text-Format können direkt importiert werden. Als weitere Layouthilfe werden Textformatierungen in Echtzeit dargestellt. Ändert man beispielsweise die Schriftart eines verknüpften Textblocks im Dokument, zeigt Corel die neue Schriftart oder Schriftgröße direkt live im Dokument an, bevor man die Änderung endgültig zuweist.
Ein wesentliches Gestaltungselement für Layouts sind in CorelDraw die Ebenen. Diese konnten bisher nur global für das gesamte Dokument festgelegt werden. Mit CorelDraw X4 können nun Ebenen auch für jede Seite einzeln angelegt werden.
Corel PowerTrace, der leistungsstarke Vektorisierer, welcher in CorelDraw zwischenzeitlich integriert wurde, wandelt Bitmapgrafiken in skalierbare Vektorgrafiken um. Das hilfreiche Werkzeug wurde in der neuen Suite um die Funktion Mittellinienvektorisierung erweitert. Dieser Modus erzeugt bei Strichzeichnungen wesentlich bessere Ergebnisse.
Neuerungen in Corel Photo-PaintFür Fotografen dürfte die Unterstützung des RAW-Format für über 300 verschiedene Kamera-Typen zu den wichtigsten Neuerungen zählen. Beim Import von RAW-Dateien bietet der Import-Filter Einstellmöglichkeiten für den Weißabgleich, Farbsättigung und Tönung, Belichtung, Helligkeit etc.). Eine weitere Neuerung ist das Werkzeug „Bild geraderichten“. Über einen Schieberegler oder Angabe der Gradzahl verschiebt sich das Bild interaktiv, um so einen schiefen Horizont oder ein schiefes Gebäude wieder richtigzustellen. Ein optionales Gitter kann dabei in seiner Größe angepasst werden, um die Ausrichtung zu erleichtern.
Die Anpassung der Tonkurve war in Corel Photo-Paint schon immer sehr elegant gelöst. Der neue Dialog wurde nochmals verbessert und zeigt ein Histogramm in Echtzeit, je nachdem wie die Tonkurve editiert wird. Mit einer Pipette können Farbwerte aus dem Originalbild direkt in der Tonkurve als Punkt übernommen und editiert werden.
Corel Photo-Paint arbeitet mit nichtdesktruktiven Linsen, welche verschiedene Effekte auf die markierten Bereiche anwendet. In Corel Photo-Paint X4 gibt es 3 neue Linsen, welche sich um den Farbausgleich bei CMYK, Kanalmischer für RGB sowie eine Linse zur Schwarz/Weiß-Anpassung von RGB und CMYK-Farben. Font-Identifizierung mit Corel CaptureMit Corel Capture findet sich ein einfaches Capture-Tool im der Suite, welche nicht mit Speziallösungen wie Snagit oder HyperSnap mithalten kann. Einfache Bildschirmfotos, einzelne Bereiche oder Objekte können als Datei, in die Zwischenablage, Drucker oder per OLE an eine andere Applikation wie z.B. Corel Photo-Paint übergeben werden. Corel Capture kann aber auch dazu genutzt werden, einen unbekannten Font (z.B. auf einem Scan einer Visitenkarte) zu identifizieren. Dazu schickt Corel Capture die Daten an den Onlinedienst WhatTheFont.com, welcher meist sehr trefflich den benutzen Font meldet. Ob sich dieser im Lieferumfang der 1000 Fonts der CorelDraw Graphics Suite 14 befindet, muss der Anwender aber selbst herausfinden. FazitCorel hat seine Graphics Suite X4 moderat überarbeitet und vor allem im Look and Feel verbessert. Zudem wurde die Suite nach unserer Meinung besser als der Vorgänger X3 Windows Vista angepasst. Die meisten Neuerungen hat vor allem CorelDraw im Bereich Layout und DTP erfahren. Für Corel Photo-Paint spricht die Möglichkeit des Imports von RAW-Dateien. Wenngleich der Hersteller Corel die neuen 80 Vorlagen bewirbt, sind diese eher mäßig und kein Kaufargument. Die 4000 neuen Cliparts und 1000 hochauflösenden Fotos können dagegen überzeugen. Für die Suite spricht nach wie vor das tolle Preis-/Leistungsverhältnis. Mit der Graphics Suite X4 lässt sich eigentlich jegliche Grafikaufgabe lösen, ohne hierbei Kompromisse einzugehen.
PCDMicha, 10.07.2008
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