Memup Mediadisk ZX
Vorstellungen - Vorstellungen 2009
kklimg001 In Deutschland eher unbekannt ist der französische Newcomer Memup, welcher mobile MP3- und Videoplayer, externe und Multimedia-Festplatten, Speicherkarten und USB-Sticks herstellt. In dieser Vorstellung geht es um die Mediadisk ZX, eine Multimediafestplatte mit integriertem DVB-T-Tuner. Sebastian Restel alias PCDSmartie schaut sich das Gerät an und schildert seine Eindrücke.
 

Lieferumfang

In der verhältnismäßig kleinen Verpackung verbirgt sich eine noch kleinere Multimedia-Box mit den Abmaßen 23x6x16.5 cm (B/H/T) und einem Gewicht von 1,5 Kilogramm.

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MEMUP MEDIADISK ZX
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Außerdem enthalten sind eine kleine DVB-T-Stabantenne, zwei Scart2Cinch/Composite-Adapter, USB-Kabel mit Verlängerung, ein Antennenkabel-T-Stück, ein MiniUSB2USB-Adapter, Stöpselkopfhörer mit 3,5mm-Klinkenanschluss, YUV-Anschlusskabel und ein mehrsprachiges Handbuch mit Schnellstart-Blatt.

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MEMUP MEDIADISK ZX - Rückansicht
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In der Folge bitte ich die manchmal schlechte Bildqualität zu entschuldigen, da es mir nicht anders möglich war, mit einer Digitalkamera den Fernseher zu fotografieren.

Technische Daten

Chipset : Realtek D1262
Festplatte : 3,5" SATA (NTFS/FAT32/UDF)
Schnittstelle : USB 2.0 High Speed
Hybrid TV-Tuner : Analog und Digital (DVB-T und TV digital Kabel)
Videoausgang : HDMI, composite, YUV, RCA (Scart-Adapter in / out Lieferumfang)
Auflösung : 1920 x 1080i
Audioausgang : Coaxial / Optische, composite, RCA
Netzwerk : 10/100 Mbps ethernet (RJ-45 Kabel geliefert)
Leser zusätzliche : Kartenlesegerät 4-in-1 : SD, MMC, MS, XD - USB Host (2x)
Firmware-update : Firmware-Download im Internet
Mehrsprachige bedienerführ. : Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch
Netzadapter : AC/DC 100V~220V
Nettogewicht : 1550 Gramm
Abmessungen : L225 x 160 x 60 mm

Unterstützte Formate

  • Video: AVI, MPG, VOB, DAT, MPEG2, TS, Struktur der DVD: vob, ifo, mode Preview
  • Audio: MP3/WMA/OGG
  • Foto: JPEG, JPG, BMP

Wie man an den Videoformaten sieht, ist die Mediadisk nicht auf der Höhe der Zeit. Trotz HD-Auflösung und HDMI-Anschluss ist sie nicht in der Lage, Videos mit dem H.264/MPEG-4 AVC Standard wiederzugeben.

Aufbau und Inbetriebnahme

Zunächst starte ich mit der Kurzanleitung. In ihr wird direkt mit der Erklärung der Anschlüsse losgelegt, ohne zu informieren, warum man dieses oder jenes tun sollte. Ich schließe die Box per USB an den Rechner an und verbinde den LAN-Anschluss per Kabel mit meinem Router. Danach die Box mit dem Fernseher und die Antenne mit der Box verbinden - das meiste muss man sich bei der Anleitung dazudenken.

Danach ist die Box startbereit, bleibt aber beim ersten Start hängen. Einige Zeit später finde ich durch Probieren heraus, dass dies am USB-Anschluss liegt. Ist die Box mit dem PC verbunden, kann ich zwar auf die große Platte innerhalb der Box zugreifen, bootet aber nicht ins Menü. Datenzugriff per USB auf die Box ist nicht im Normal-Betrieb möglich. Entweder USB-Kabel benutzen und Daten tauschen oder USB-Kabel trennen und Box normal benutzen. Zum Testen habe ich einige Dateien im XVID-Format auf der Platte abgelegt.

Nachdem die Box nun weiter startet, kommt gleich das nächste Problem: Das Bild bleibt schwarz. Dies liegt an den vielen unterstützten Anzeigemodi. Ich wähle mich blind durch NTSC, HDMI-Modi etc., bis ich auf PAL lande. Später fand ich übrigens heraus, dass die Anzeigeelemente der Box durchgängig für das Format 4:3 gestaltet sind, wodurch ich zunächst die Bildschirmanzeige des derzeitig gewählten Formates nicht sah, da der Fernseher auf 16:9 eingestellt war.

Nun sehe ich endlich den Startbildschirm.

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Startbildschirm
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Später muss ich feststellen, dass das Handbuch den Benutzer noch mehr verwirren würde. Hier sind die Anschlussarten deutlich ausführlicher beschrieben, allerdings ohne jeden Zusammenhang. Leider fehlt hier der rote Faden und Alternativen werden nicht aufgezeigt. Beispielsweise kann man natürlich die Box per LAN und WLAN verbinden, das macht aber praktisch keinen Sinn.

Dennoch probiere ich einiges aus, stelle aber fest, dass mein WLAN-Stick von der Box nicht erkannt wird, und so eine Nutzung der WLAN-Funktion nicht möglich ist. Dagegen wird der LAN-Anschluss sofort erkannt.

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Einrichtung LAN
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Danach lasse ich noch den DVB-T Senderscan laufen. Nun ist für einen ersten Praxistest alles vorbereitet.

Die Praxis

Browser

Am brennendsten interessiert mich zunächst die LAN-Funktion, einen DVB-T-Receiver mit Festplatte besitze ich schon seit einigen Jahren. Also wähle ich den Browser und dort "Netz". Nach kurzer Wartezeit werden automatisch meine Arbeitsgruppe im Netzwerk und darin die gestarteten Rechner sowie darunter die administrativen und normalen Freigaben angezeigt.

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Browser
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Auf die administrativen Freigaben bekomme ich Zugriff nach Eingabe von Benutzername und Passwort. Schön hierbei ist, dass man optional angeboten bekommt, eine Verknüpfung zu speichern, um später schneller auf einen Pfad zuzugreifen. Nach dem Erstellen einer normalen Freigabe auf dem PC wird diese auch sofort erkannt. Dennoch bekomme ich eine Benutzername/Passwort-Abfrage mit dem Benutzer "Realtek_guest". Der Standardbenutzer kann sich an dieser Stelle schon mal die Zähne ausbeißen, denn es gilt nicht nur die Freigabeberechtigungen zu beachten, sondern auch die NTFS-Verzeichnisrechte. Zwei Möglichkeiten stehen nun zur Auswahl: Entweder muss mindestens die Gruppe "Jeder" in den Verzeichnisrechten mit Lesezugriff hinzugeführt werden, oder auf dem PC muss ein neuer Benutzer namens "Realtek_guest" hinzugefügt werden. Über das Internet fand ich heraus, dass das Passwort des Benutzers "Realtek_pw" lauten muss. Nun klappt auch der Netzwerkzugriff ohne weitere Nachfragen, da der neue Benutzer Mitglied der Benutzergruppe auf dem PC ist und diese standardmäßig Lesezugriff auf neue Freigaben hat. Ich frage mich, warum solch eine wichtige Information nicht im Handbuch enthalten ist.

Das Erlebnis danach kann aber entschädigen. Ich browse über meine PC-Festplatte und wähle Videodateien, Audiodateien etc. aus. Beim Anwählen von Videodateien werden diese in einem Vorschaufenster abgespielt.

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Browser mit Vorschau
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Mit einem Druck auf Enter auf der Fernbedienung bin ich im Vollbildmodus. Bei Audiodateien werden ID3-Tag-Inhalte angezeigt. Es macht sehr viel Spaß, die Box so zu nutzen - ein echter Wow-Effekt.

Auch die interne Festplatte funktioniert so wie gewünscht. Ich finde meine zuvor kopierten Dateien und kann sie wie im LAN-Bereich abspielen. Angenehm ist bei größeren Verzeichnissen mit verschiedenen Dateitypen der eingebaute Filter, der sich am oberen Bildschirmrand wählen lässt. So werden beispielsweise nur Videos oder nur Audiodateien in einem Verzeichnis angezeigt. Genauso funktioniert der Zugriff auf externe Festplatten (in meinem Fall eine externe 500 GB-Festplatte von Buffalo). Den 4-1 Cardreader konnte ich leider nicht testen, da in meiner Digitalkamera noch CF verwendet wird, der Cardreader dafür aber keinen Einschub bietet. Welche Formate über den Cardreader einlesbar sind, steht nicht im Handbuch.

DVB-T

Nach dem Abscannen der Sender im Setup versuche ich zunächst meine persönliche Reihenfolge der Sender einzustellen.

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DVB-T
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Leider ist dies nicht ohne Weiteres möglich. Es gibt Sortiervariationen nach logischer Kanalnummer, Alphabet und Frequenz, aber die Sendersortierfunktion scheint auf den ersten Blick nicht zu funktionieren. Zuerst muss man einen Kanal aus der Liste wählen, danach einstellen, mit welcher Sendernummer der Programmplatz getauscht werden soll, und dann scheint nach dem Druck auf die Entertaste nichts mehr weiter zu passieren. Wählt man einen anderen Sender in der Senderliste, ist die vorhergehende Einstellung verworfen. Nach langem Herumprobieren fand ich heraus, dass man nach dem Setzen eines einzelnen zu tauschenden Senderplatzes sofort das Menü verlassen muss, damit diese neue Einstellung übernommen wird. Möchte man eine komplette Liste aus über 40 Sendern sortieren, hat man eine gute Weile zu tun. Das Bild per DVB-T ist ansonsten in Ordnung.

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DVB-T
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Leider setzt sich der schlechte Eindruck bei den anderen DVB-T-Funktionen fort. Das EPG ist sehr unübersichtlich gestaltet, der Platz wird extrem schlecht genutzt, die Bedienung ist hakelig und ein Vergleich der Sendungen zur gleichen Zeit auf verschiedenen Sendern ist gar nicht möglich.

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DVB-T - EPG
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Ich bin es gewohnt, über das EPG Aufnahmen zu planen. Erst einmal steht hier suchen auf dem Programm, denn das Handbuch schweigt sich komplett zu diesem Thema aus (auch die mir vom Hersteller zur Verfügung gestellte aktualisierte Version). Wenigstens die Buttons der Fernbedienung wurden dort beschrieben. So kann man mit "Timer" eine Sendung mit einem roten Punkt markieren und sich mit "Reclist" die Aufnahmeliste anschauen.

In der Praxis sieht das so aus: Der rote Punkt wird ignoriert, Aufnahmen starten nicht. Reclist springt auf die interne Festplatte und verlässt DVB-T damit komplett. Auf der Festplatte sind weder eine Aufnahmeliste noch Aufzeichnungen zu sehen. Zurück zum Fernsehprogramm gelangt man nur, indem man wieder ins Hauptmenü springt und DVB-T öffnet. Leider kann ich somit diese Fehlkonstruktion nicht weiter vorstellen. Dies ist übrigens einer der Momente gewesen, wo die Box wiederholt in die Ecke geflogen ist (bildlich gesprochen).

Auch der Videotext kann mich auf Anhieb nicht überzeugen. Beispielsweise kann man den Videotext über die Fernbedienung starten, aber nicht über denselben Button wieder schließen. Beim EPG funktioniert das immerhin.

Analog-TV und andere Funktionen

Der Analog-TV-Scan funktioniert problemlos und auch hier ist das Bild in Ordnung. Interessanterweise funktioniert hier eine Einstellung, die analog zu DVB-T vorhanden ist, aber bei DVB-T nicht funktioniert. So kann man auch hier Senderplätze tauschen, allerdings werden die Änderungen sofort übernommen.

Die Mediabox bietet als ein weiteres Modul eine Kopierfunktion. Hier kann man von jedem angeschlossenen Medium auf ein anderes Medium Daten kopieren. Das Menü dazu ist hier durchdacht: 2 Spalten, links Quelle, rechts Ziel.

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Kopieren von Daten
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Hervorheben möchte ich noch, dass die Datenrate beim Zugriff auf Netzwerk und USB in Ordnung ist. Das habe bei vielen anderen Produkten dieser Art schon deutlich schlechter gesehen.

Das gesamte Menü strotzt in der mir vorliegenden Software-Version 6.2.1262FO(290) der Mediadisk ZX vor Übersetzungsfehlern: Im eben vorgestellten FileCopy-Menü steht statt Ziel steht noch Destination, in den Einstellungen zur Kindersicherung ist die Hälfte Englisch, man kann Loschen, im Hauptmenü stehen Infotipps wie (Original-Schrift) "Audio- und videoeingang", "Browser festplatte USB und netzwerk".

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Menü
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Beim Anschalten der Mediadisk ZX landet man übrigens jedes Mal auf der Startseite, auf der man die gewünschte Media-Funktionalität wählen kann (DVB-T, Analog-TV, Browser etc.). Dieses Verhalten kann man nicht abstellen, dazu fehlt eine Funktion zum Festlegen der Standardfunktion nach dem Anschalten. So sieht man im besten Falle ein TV-Bild, darübergeblendet mit einer Transparenz von ca. 60% das Boxmenü, findet das Programm ggf. interessant, aber man weiß nicht, ob es nun zu DVB-T oder Analog-TV gehört und klickt im besten Fall das Falsche an, was einfach ärgerlich ist. So ist es mir mehrfach während meiner durchaus langen Testzeit von knapp 3 Monaten gegangen.

Übrigens konnte mich auch die Lautstärke nach längerer Laufzeit nicht überzeugen, da sie bis zu einem gewissen Grad zunimmt und hörbar nervig ist. Die Temperaturentwicklung empfand ich dagegen als handwarm und somit im grünen Bereich.

Fazit

Viele, sehr viele große Schwächen trüben den Eindruck. DVB-T macht wenig Spaß durch die Bedienung und die Anzeigeelemente bis hin zum indiskutablen EPG und der Aufnahmefunktion. Wo man nicht viel falsch machen kann, kann die MediaDisk ZX etwas gutmachen. Das gilt für Analog-TV und File Copy. Der Browser konnte mich überzeugen, da es viel Spaß macht, mit einer Netzwerkanbindung mal eben Dateien von der PC-Festplatte abzuspielen.

Zum derzeitigen Zeitpunkt kann ich nur von diesem Produkt abraten. Es ist voll von Fehlern verschiedenster Art und die Dokumentation ist unterirdisch. Hier kommen weder Anfänger noch Enthusiasten und auch nicht Technik-Freaks auf ihre Kosten. Wer nur einen Host zum Abspielen von Dateien von der PC-Festplatte sucht, wird sicher preiswerter fündig und muss nicht zwei Hände voll schlecht funktionierender Funktionen in Kauf nehmen für ein richtig gutes Feature.

Ich habe anhand der massiven Neuveröffentlichungen von MediaDisks von Memup in den letzten Monaten das Gefühl, dass hier ein Produkt beim Kunden reift. Persönlich tendiere ich noch eher zum Alpha- denn zum Beta-Status.

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Memup Mediadisk ZX

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Hersteller: Memup
Produkt: Mediadisk ZX
Preis: Ca. 200 Euro (500 GB-Version)
System: Windows 9x, ME, Windows NT, Windows 2000, WinXP, Vista

PCDSmartie, 23.04.2009

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