| TuneUp Utilities 2010 |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2010 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Glaube versetzt Berge (und beschert Käufer)Über Sinn oder Unsinn von Tuning-Suites im Stile der TuneUp Utilities könnte man stundenlang streiten. Fakt ist aber, dass keine der Sammlungen zaubern kann. Hinter den verschiedenen Oberflächen zum „Beschleunigen“ verstecken sich die üblichen Verdächtigen wie Defragmentierer, Registry-Checker und –defragmentierer, Funktionen zum Beeinflussen von gestarteten Diensten und Applikationen im Autostart sowie zahlreiche Knöpfe zum einfachen „Fummeln an Einstellungen“, welche Microsoft zum Teil vor unbedarften Anwendern mit Absicht versteckt hat. Dazu gesellen sich noch Datenshredder, Undelete-Funktionen und ein Satz von Möglichkeiten, auf die Optik des Systems Einfluss zu nehmen. Mit mehr oder weniger dieser Zutaten würzen die meisten Hersteller von Tuning-Suites ihre Kompositionen. Trotz dieser Feststellung gehören die TuneUp Utilities zu den beliebtesten „Tuning-Suites“. Dies dürfte insbesondere an der zugänglichen Oberfläche und dem brauchbaren „Gesamtmix“ liegen. Neue OberflächeGerade deshalb hat der Hersteller in der 2010er Fassung an der Oberfläche gefeilt und diese gegenüber der schon veränderten Version 2009 nochmals modifiziert.
Die Aufgaben der TuneUp Utilities sind in die vier Bereiche „Systeme warten“, „Leistung steigern“, „Probleme beheben“ und „Windows anpassen“ gegliedert. Probleme oder Hinweise werden in den jeweiligen Bereichen angezeigt. Hinter der Schaltfläche „Alle Funktionen“ finden sich dann die jeweiligen Funktionen für den betreffenden Bereich. Gerade Einsteigern wird mit der Gliederung etwas geholfen – sie erspart ein „Totsuchen“ in den Funktionen und Möglichkeiten. Mögliche Probleme oder gefundene Fehler werden direkt in den Fenstern der 4 Bereiche angezeigt. Die Meldungen sind aber mit Vorsicht zu genießen. So meldet der Bereich „Probleme beheben“ 3 gefundene Fehler, bei denen es sich nach Prüfung um aktivierte, administrative Freigaben, Zugriff auf die Registry über das LAN sowie nicht durchgeführte Datenträgerprüfung handelt. Echte Probleme sehen anders aus, zumal der Rechner sich in einem Netzwerk befindet und die Freigaben sowie der Zugriff auf Systemzustände per WMI noch immer einen Benutzer und das Kennwort erfordern.
Die weiteren Funktionen wie LiveUpdate, Optimierungsbericht usw. sind unter „weitere Einstellungen“ zusammengefasst.
Turbo-Modus und Live-OptimierungNeben der neuen Oberfläche in TuneUp Utilitiesss 2010 und speziellen für Windows 7 vorgesehenen Anpassungen im Zusammenhang mit dem Aero-Desktop und der neuen Taskleiste sind der Turbo-Modus und die Live-Optimierung beworbene Neuerungen. Beide Neulinge sind nicht zurückhaltend und zeigen ihre Präsenz direkt nach der Installation über ein Icon im Systemtray.
Turbo-ModusDer Turbo-Modus muss vom Anwender über einen „Button“ im Programm oder im Systray aktiviert werden. Dieser soll das System insgesamt beschleunigen, indem bestimmte Prozesse beendet oder Aufgaben und Tasks verschoben werden. Die damit freigewordenen Ressourcen stehen dem System für die angeforderte Leistung (z.B. PC-Spiel) zur Verfügung. Was genau im Turbo-Modus beeinflusst wird, kann der Anwender über einen Assistenten festlegen.
Zum einen verschiebt der Turbo-Modus geplante Defragmentierungen und andere Tasks, verschiebt das automatische Update, schaltet die Unterstützung für mobile Geräte wie Kameras und PDAs ab,
stoppt die Aero-Oberfläche,
ändert das Energieschema des Systems auf „Höchstleistung“,
und kappt andere, nach Meinung der Entwickler nicht notwendige Dienste und Funktionen.
Was sich in der Theorie ganz gut anhört, bringt in der Praxis keinen nennenswerten Vorteil. Wir konnten auf aktuellen Systemen keinen Geschwindigkeitsvorteil bei der täglichen Arbeit oder aufwändigen 3D-Spielen feststellen. Einzig die Einstellung des Energieprofils auf „Höchstleistung“ bringt bei einem Notebook, welches über Akku betrieben wird, einen Performancegewinn, da die meisten Geräte bei Batteriebetrieb die CPU-Leistung senken und den Höchsttakt nicht freigeben. Natürlich kostet eine Defragmentierung im Hintergrund Rechenzeit und Festplattenleistung, dürfte aber eher die Ausnahme sein. Auch das Abschalten des Indexdienstes ist zumindest unter Windows 7 wenig erfolgreich, da die CPU-Last bei Windows 7 im Zusammenhang mit dem Indexdienst kaum noch auffällt und Windows 7 die Dateien im Regelfall bereits beim Aufspielen indexiert und nicht erst im Nachhinein den Index aufbauen muss. Alles in Allem kann man den Turbo-Modus daher als nette Funktion ohne merklichen Zugewinn an Leistung festhalten. Live-OptimierungDie Live-Optimierung ist die 2. große Neuerung der TuneUp Utilities 2010. Hierbei überwachen die Utilities ständig das System und nehmen bei Bedarf selbstständig Änderungen in Form von Anpassungen an der Priorität von Prozessen vor.
In der Praxis zeigte sich auch hier kein nennenswerter Vorteil der Funktion. Belegt ein einzelner Prozess eine Menge an Rechenzeit (z.B. Verschlüsselung von Datenträgern etc.), kann die Änderung der Priorität zwar mitunter die gesamte Reaktionszeit positiv beeinflussen. Bei der täglichen Arbeit ist aber kein positiver Effekt festzustellen. Dies und dasWas bleibt dem Käufer der TuneUp Utilities 2010 dann letztlich übrig? Eine übersichtliche Sammlung an verschiedenen Tools, deren Spektrum von überflüssig (Registry defragmentieren) über praktisch (gelöschte Dateien wiederherstellen) bis zu nett (Windows-Design mit TuneUp Styler editieren) reicht.
Echte Performancegewinne lassen sich mitunter über das Modul TuneUp StartUp Manager erreichen, wenn man hier unnötige Programme aus dem Systemstart verbannt und so einen schnelleren Systemstart und weniger RAM-Verbrauch erzielt.
Diese Möglichkeiten bieten aber auch das System selbst (z.B. msconfig) oder zahlreiche Freewareprogramme. FazitBesitzer der Version 2009 können sich ein Update sparen. Die neuen Funktionen bringen im Alltag keinen merklichen Vorteil und die Oberfläche ist zwar gegenüber der Version 2009 optimiert, aber nicht so grundlegend verändert, dass dies einen Neukauf rechtfertigen würde. Besitzer von Windows 7 sollten dann ein Upgrade in Erwägung ziehen, wenn die gebotenen Funktionen (insbesondere des TuneUp Stylers) hier benötigt werden. Warum sollte man dann überhaupt die TuneUp Utilities kaufen? Wie wir zu Anfang festgestellt haben: Zaubern kann keine Suite. Und auch die TuneUp Utilities stellen „nur“ eine Sammlung von vielen kleineren Helfern dar, die es quer durch das Internet verteilt zu großen Teilen auch als Freeware gibt. Für die Suite sprechen die ansprechende Oberfläche, eine gute Gruppierung der Funktionen und die gute Dokumentation der verschiedenen Funktionen und Schalter. Alle Änderungen werden zudem protokolliert und können über das Rescue-Center jederzeit rückgängig gemacht werden. Ob dies aber einen Kauf rechtfertigt, sollte jeder selbst entscheiden.
PCDMicha, 20.01.2010
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