| Acronis Disk Director 11 Home |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2010 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Einsatzgebiet und NutzenAls vor vielen Jahren eine kleine Softwareschmiede "PowerQuest" ein Produkt mit dem Namen "Partition Magic" auf den Markt brachte, war das eine echte Revolution. Trotz DOS-Zeitalter konnte man mit dieser Software bereits unter einer grafischen Oberfläche Partitionen aller Art anlegen, verwalten und sogar in der Größe ändern, ohne dass hierbei die Daten gelöscht werden mussten. Der Hersteller wurde aufgekauft, das Produkt ist vom Markt verschwunden und das Zeitalter von DOS und Co. begraben. Geblieben ist der Wunsch vieler Anwender, flexibel die Partitionierung von Datenträgern vorzunehmen. Hier sprang neben vielen anderen Herstellern auch Acronis auf den Zug auf und führte neben dem sehr erfolgreichen Image-Programm "True Image" auch den "Disk Director" ein, welcher sich weniger um die Sicherung als vielmehr um die Verwaltung und Aufteilung von Festplatten kümmert. Seit 2007 war es still um das Produkt geworden und zahlreiche Alternativen zeigten ihre Marktreife und Praxistauglichkeit, darunter auch das auf Linux basierende und vor allem kostenlose "Parted Magic". Aufgabe dieser Programme ist im Grunde die Erstellung und Verwaltung von Partitionen. Mit einer grafischen Oberfläche sieht der Anwender den Aufbau seiner Festplatten, kann Partitionen mit verschiedenen Dateisystemen erstellen, konvertieren und bestehende Partitionen in der Größe verändern oder sogar auf dem Datenträger selbst verschieben. Ergänzt werden diese Programme durch zahlreiche Tools wie Rettungsprogramme für verlorene Partitionen, Datenshredder oder Bootmanager für vielfältige Multiboot-Umgebungen. Konkurrenz hat diese Programmgattung ausgerechnet von Microsoft selbst bekommen: die Datenträgerverwaltung. Das unscheinbare Werkzeug hat seit Windows Vista zahlreiche Funktionen gelernt, welche bisher nur ergänzenden Lösungen vorbehalten waren, z.B. das Verkleinern oder Vergrößern von bestehenden Partitionen. Einen Überblick über die Möglichkeiten der Datenträgerverwaltung bietet unser gesonderter Artikel "Das Erbe von FDISK - Datenträgerverwaltung unter Windows". Dort werden auch viele Begrifflichkeiten erklärt, welche in der Folge in dieser Vorstellung noch Verwendung finden. Acronis Disk Director 11 HomeAuffälligste Neuerung an Disk Director 11 Home ist das modernisierte Erscheinungsbild.
Der grundlegende Aufbau des Programmfensters ist geblieben, die Darstellung aber wesentlich gefälliger und dem Erscheinungsbild anderer, aktueller Programme angepasst. Die Icon-Sammlungen in der Menüzeile sind weggefallen, die Aktionsmöglichkeiten - abhängig vom gewählten Partitionstyp oder Datenträger - dagegen geblieben. Bisherige und neue MöglichkeitenAcronis Disk Director unterstützt bei der Durchführung von Aktion die folgenden Dateisysteme:
Als Schlüsselfunktionen bietet Acronis Disk Director zunächst alle notwendigen Verwaltungsaktionen für Laufwerke und Volumes:
Auf dem Screenshot sieht man beispielhaft die Größenänderung eines Datenträgers. Mittels der Maus oder Eingabe der Zahlenwerte kann die Größe des Datenträgers angepasst werden. Die Laufwerksinformation darunter ist eine "Live-Vorschau" und passt sich jederzeit den aktuellen Änderungen an. Trotzdem ist die Software noch im "Simulationsmodus", da alle Veränderungen erst dann vorgenommen werden, wenn ausstehende Aktionen (auch mehrere) ausgeführt werden.
Neue Funktionen in Version 11 sind:
Gerade die Unterstützung von dynamischen Datenträgern war in der vorherigen Version nur der teuren Server-Edition vorbehalten. Durch die steigende Verbreitung von datenträgerübergreifenden Volumes oder Raid-Sets ist die Unterstützung dieses Datenträgertyps nur zu begrüßen. Auch die Konvertierungsmöglichkeiten sind nicht zu verachten. Windows selbst bietet nur eine Konvertierung vom Basisdatenträger in einen dynamischen Datenträger. Dieser Weg ist hier aber eine Sackgasse und erfordert zum Rückgängigmachen eine komplette Löschung und damit Datenverlust des Volumes. Für solche Fälle ist daher der Disk Director 11 Home die erste Wahl. Die Konvertierung von GPT zu MBR-Datenträgern ist derzeit kein Thema, da GPT-Datenträger derzeit so gut wie keine Verbreitung finden. Was nicht im Handbuch steht: Neben USB 3 werden auch Solid State Drives (SSD) unterstützt (siehe hierzu KB-Eintrag von Acronis). Auch 4K-Sektoren (siehe gesonderten Artikel Kommende Probleme mit neuen „4K“-Festplatten) werden unterstützt. Hierbei ist aber zu beachten, dass diese Unterstützung nur unter Windows Vista und Windows 7 gilt. In allen anderen Fällen müssen Festplattenoperationen, in denen Partitionen neu erstellt oder verschoben werden, über das Bootmedium vorgenommen werden, um die korrekte Sektorenausrichtung zu erreichen. Dies gilt natürlich nur für Festplatten, welche auch 4K-große Sektoren nutzen, im Regelfall Festplatten über 2 Terabyte, aber auch kleinere, neue Modelle von Western Digital. Die Technik wird von einigen Herstellern auch als Advanced Format Technology (AF) bezeichnet.
Datenträger klonenMit Acronis Disk Director 11 Home können Datenträger komplett geklont werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn Sie beispielsweise einen neuen, größeren Datenträger in das System einbauen und damit den bisherigen Datenträger ersetzen möchten. Der Assistent kann dabei das Laufwerk wie vorliegend klonen oder die Größe proportional anpassen, wenn das Ziellaufwerk größer oder kleiner als das Quelllaufwerk ist. Sofern der zu klonende Datenträger ein System-Volume enthält, reicht das reine Klonen des Datenträgers nicht aus, um das System später von dem neuen Datenträger wieder wie gewohnt starten zu lassen. Hintergrund dieses Umstandes ist die jeweils eindeutige GUID (Globally Unique Identifier) der Volumes, welche in der Registry des Systems jeweils vermerkt sind (siehe hierzu auch den Artikel "Windows klonen und lauffähig bekommen"). Acronis Disk Director 11 Home löst das Problem auf zwei Arten: Entweder kopiert das Programm die GUID des System-Volumes oder es ändert in der Registry die GUID auf die des neuen System-Volumes.
Im ersten Fall muss das Quelllaufwerk aber vor einem Neustart entfernt werden, da Windows nicht mit 2 gleichen GUIDs starten kann. Kurioses am Rande aus dem Handbuch: Wenn Sie ein Acronis Backup-Programm wie Acronis True Image Home verwenden, sollten Sie es vermeiden, ein Laufwerk zu klonen, auf dem die Produkt-Komponente „Acronis Startup Recovery Manager“ (ASRM) enthalten ist. Denn anderenfalls ist es möglich, dass die Maschine von dem Ziellaufwerk nicht booten kann. BootmediumAcronis bietet schon immer von Haus aus ein Bootmedium auf Linux-Basis, welches sich mit Version 11 des Disk Director auch auf USB-Datenträgern (z.B. Sticks) erstellen lässt und eventuell weiter installierte Acronis-Produkte mit aufnehmen kann.
Da nicht jede Hardware mit dem Linux-Kernel harmoniert, kann optional das Bootmedium auch auf Windows-PE-Basis erstellt werden. Dies ist allerdings nicht ganz so trivial, wie der folgende Dialog zeigt:
Je nach gewünschter Windows-PE-Umgebung ist mindestens 1 GByte an Downloads notwendig, um ein solches Medium zu erhalten. Wer bereits ein PE-Medium auf Basis von anderen Lösungen wie beispielsweise Barts PE-Builder oder der Ultimate Boot CD vorgefertigt hat, kann die Acronis-Produkte aber dort auch von Hand einbinden. Hierzu dient die Funktion "Verwende WinPE-Dateien im spezifizierten Ordner". Über die Unterschiede der verschiedenen Windows-PE-Umgebungen lässt das Handbuch den Anwender im Dunkeln. Statt des Weges über die Erstellung von neuen PE-Umgebungen hätte Acronis vielleicht den Systemreparaturdatenträger von Windows "anzapfen" und erweitern sollen, da dieser bereits eine Windows-PE-Umgebung bietet, welche für den Zweck ausgereicht hätte. So ist die Erstellung einer Windows-PE-Variante von Acronis Disk Director 11 Home mit viel mehr Arbeit verbunden, klappte im Test aber ohne Probleme. Der Vorteil der PE-Umgebung liegt allerdings in der Möglichkeit zur Einbindung eigener Treiber und damit verbundener Flexibilität bei besonderer Hardware.
Das fertige PE-Medium kann als WIM oder ISO-Datei abgespeichert werden. Die fertige ISO muss sich der Anwender dann noch selbstständig auf einen Datenträger brennen. Eine Einbindung in ein USB-Medium ist nicht vorgesehen.
Bootet man von dem PE-Medium, startet direkt die gewohnte Acronis-Oberfläche mit dem Tool.
RecoveryDer Acronis Recovery Expert schleppt sich seit Jahren schon mit dem Disk Director als eigenständige Applikation herum und versucht nach einem Systemcrash oder Virusbefall verlorene oder gelöschte Partitionen wieder zu rekonstruieren, was ihm auch in aller Regel gut gelingt. Warum diese Funktionalität noch immer nicht den Weg in das Hauptprogramm gefunden hat, wissen wohl nur die Entwickler.
Acronis OS SelektorOb man einen externen Bootmanager braucht, hängt sicherlich vom Einsatzzweck ab. Gerade bei komplexeren Multiboot-Umgebungen kommen sich Windows und Linux sehr häufig ins Gehege. In solchen Situationen ist der Einsatz eines externen Bootmanagers eventuell sinnvoll. Die kostenlose Zugabe Acronis OS Selector bietet viele hilfreiche Funktionen, z.B. den Kennwortschutz für zu startende Systeme, eine Möglichkeit zum Verstecken von Systemen (praktisch zum Schutz anderer Windows-Installationen), mehrere Betriebssysteme auf ein Volume zu installieren (was im Regelfall nicht sinnvoll ist) und vieles mehr. Wer mit dem Bootmanager arbeitet, sollte aber unbedingt einen bootfähigen Rettungsdatenträger erstellen, welcher auch den OS Selector enthält, um bei einer Fehlkonfiguration die Systeme wiederbelegen zu können. FazitDie Modernisierung von Acronis Disk Director 11 Home ist geglückt. Das Programm bietet auf den ersten Blick wenig Neuerungen. In der Praxis machen sich aber gerade die Klone-Funktion und die Unterstützung von dynamischen Datenträgern bezahlt, wenn man diese Mittel auch nutzt. Leider hat es Acronis aber versäumt, ein echtes Feuerwerk an Neuerungen zu bieten. So vermissten wir vor allem Werkzeuge zum Editieren des Boot-Codes von Windows Vista und Windows 7, zur Restauration beschädigter Bootsektoren von Windows XP sowie Vista und dessen Nachfolgern. Gerade die Beschädigung der Startumgebung stellt noch immer eines der häufigsten Probleme von Anwendern dar, die mit verschiedenen Partitionen und Multiboot-Umgebungen erste Schritte wagen. Mit solchen, leicht zu implementierenden Funktionen wäre Acronis Disk Director 11 Home ein echter Allroundhelfer gewesen. Was bleibt, ist ein sehr gutes Werkzeug rund um die Partitionierung, welches aber sowohl von der Datenträgerverwaltung selbst als auch aus dem Linux-Lager mit Parted Magic starke und vor allem kostenlose Konkurrenz bekommen hat.
PCDMicha, 16.09.2010
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